In der Kammeroper von Michael Nyman nach dem Bestseller von Oliver Sacks geht es um einen Mann, der an „Geistesblindheit“ leidet. Dieses individuelle Schicksal wird in den Vordergrund gestellt und mit besonderer künstlerischer Leistung beleuchtet.
„ Es gibt Begriffe darüber, was Menschen nicht sind, aber nichts darüber was sie sind.“ So beginnt die Oper und versucht gerade dieses „Was“ herauszufinden. Zunächst erfährt man etwas über Dr. P. der an „Geistesblindheit“ leidet und wird sozusagen in das Geschehen eingeführt. Im weiteren Verlauf versuchen seine Frau und Dr. S. herauszufinden, was er für eine Krankheit hat und wie man sie heilen kann. Dabei werden die Symptome genauer beschrieben und auch durch visuelle Mittel versucht besser darzustellen. Dabei überzeugt besonders das Bühnenbild, welches durch viele kleine Details aber auch im Gesamten sowohl den Charakter dieses Stückes, als auch die Symptome des Dr. P. wiedergibt, der sehr verwirrt und in sich gekehrt wirkt. Doch auch das gewisse Etwas fehlte diesem Stück nicht, denn besonders die fesselnde Begleitung des Orchesters bei einigen Höhepunkten verschaffte manch Einem dann doch ein wenig Gänsehaut. Insgesamt also ein gelungenes Stück welches anders als erwartet mit dem Schicksal des Dr. Ps selbst endete: „ Er hatte kein Körperbild mehr, er hatte Körpermusik und hörte die Musik auf, so tat er das auch.“
Eine interessante Art und Weiße, solch eine Krankheit darzustellen, deswegen ist die Inszenierung dieses Stückes meiner Meinung nach auch gut gelungen. Doch war es oft schwer, besonders die Frau von Dr. P. zu verstehen und man konnte nicht immer der ganzen Handlung folgen. Doch wem dies nichts ausmacht und wer vor allem die Musik in normalen Theaterstücken vermisst, der ist hier genau richtig.
Michelle Platt
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen