Mittwoch, 6. Januar 2010

Baumeister Solness

Zunächst scheint die Handlung von Baumeister Solness noch ganz normal zu sein, doch im Verlauf des Stückes wird die Aussage immer unklarer. Das Stück erzählt die Geschichte eines Baumeisters, der mit den Jahren immer weiter von der Jugend verdrängt wird. Ein Alltagsthema, welches viele ältere Menschen beschäftigt und dem sich deswegen schon Ibsen, auf dem die Gießener Inszenierung beruht, gewidmet hat. Aber auch ein Thema, zu dem wir Jugendlichen eher schwer einen Draht herstellen können.

Ungünstig ist daher die Gießener Inszenierung, die mit ihrer plumpen Art den Boden dieser Aussage unter ihren Füßen, im wahrsten Sinne des Wortes, verliert. Man spricht von Luftschlössern und das Bühnenbild erinnert an ein Spaceshuttle, was eher unpassend wirkt und ein Verstehen der Geschichte sehr erschwert. Darum hat wer das Theaterstück von Ibsen nicht kennt mit Recht einen Grund zum Kopfschütteln.

Die Schauspieler schaffen es mit ihrer übertriebenen Art ihre Rollen zu verkörpern nur noch mehr Verwirrung in das Stück zu bringen und auch die leicht bekleidete Hilde (Christin Heim) kann mit ihren nackten Beinen die enttäuschten Zuschauer nicht besänftigen. Ein Glück, dass das Stück eine Pause hat und somit ist es für die Hälfte des Publikums an der Zeit zu gehen und der sowieso nicht ausverkaufte Saal lässt die Premiere alles andere als glänzen.

Alle Hoffnungen, die man in die zweite Hälfte des Stückes setzt, schwinden schon durch den sparsamen Schnee, der Asche darstellen soll und mit dem man nach der Pause begrüßt wird. Die Aussage des Stückes verzerrt sich immer mehr und das Niveau der Schauspieler sinkt. Es wird nur noch geschrien und geprügelt und man ist froh, als Aline (Carolin Weber) Hilde endlich mit einer Jacke über dem Kopf verstummen lässt und man unter einem spärlichen Applaus nach Hause gehen kann.

Baumeister Solness ist eine der schlechtesten Inszenierungen die ich bisher gesehen habe und auch wenn man das Theaterstück vorher gelesen hat, heißt das nicht, dass man diese Gießener Inszenierung verstehen kann.  

Michelle Platt

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen