Donnerstag, 3. Juni 2010

Der Revisor

Zähneklappernd erwarten die Honoratioren eines Provinznestes die Ankunft des Revisors aus der Hauptstadt, denn vom Stadthauptmann bis zum kleinsten Beamten hat ein jeder etwas auf dem Kerbholz. Als schließlich in Person des jungen Chlestakow ein unbekannter Mann im Gasthaus absteigt, sind sich alle einig: Das muss er sein! Und nun wird geschmiert, geheuchelt und gelogen, dass sich die Balken biegen. Chlestakow genießt das süße Leben. Allein: Der gefürchtete Revisor ist er nicht.  

Die Komödie wurde von Nikolai W. Gogol geschrieben und von Werner Egk zu einem witzigen Libretto umgewandelt und mit flotter Musik unterlegt.

Das ganze Bühnenbild wurde in schwarz-weiß gestaltet. Auch die Kostüme sind vorwiegend schwarz-weiß. Diese Farbkonstellation bewirkt einen irren Effekt. Vor allem die komplett in weiß gekleideten und auch im Gesicht und am Kopf weiß gehaltenen Männer sind beeindruckend. Sie scheinen aus einem Tanzensemble zu sein, da sie kein Wort in dem ganzen Stück von sich geben, sondern nur hin und wieder beeindruckende Körperakrobatik zeigen. Ansonsten wird die ganze Zeit, wie es in einer Oper üblich ist, gesungen. Manchmal ist es eher eine Art Sprechgesang, bei dem man nicht jedes Wort versteht. Dabei geht einem leider gerade in der ersten Hälfte ein wenig Handlung verloren, sodass es schwer fällt, Handlungsdetails zu verstehen. Das heißt, man sollte sich besser im Vorhinein über die Handlung im Klaren sein.

Nach dem man sich durch die erste Hälfte doch ein wenig quälen muss, wird es dann aber in der zweiten Hälfte wesentlich lustiger und spannender. Vor allem die Tochter des Stadthauptmanns schafft es, das Publikum mit ihrer Naivität zum Lachen zu bringen.

Bildprojektionen, die wie riesige Monitore aussehen, lassen den Zuschauer zusätzlich staunen, da sie zeigen, dass es am Theater tatsächlich für alle Ideen eine Lösung gibt.

Alles in allem kann man sagen, dass man Opernfan sein sollte, wenn man sich dieses Stück ansehen möchte.

Ist man dies nicht, ist es mehr ein Ausharren, zumindest bis zur zweiten Hälfte.

Martha Rave

Weitere Vorstellungen:  12., 20. und 26. Juni 2010 Zum letzten Mal: 01. Juli 2010 jeweils 19.30 Uhr | Großes Haus

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