Montag, 20. Dezember 2010

THE KRAUT

Ein Marlene Dietrich-Abend von Dirk Heidicke

In dem Stück The Kraut zeigt Christian Lugerth Marlene Dietrich im gehobenen Alter auf ihre Karriere zurückblickend. Sie erzählt von Erfolgen und Enttäuschungen, von geliebten Männern und verhassten Kolleginnen. Das Stück ist mit sehr viel Musik unterlegt und besitzt autobiografische Züge.

The Kraut ist im Allgemeinen ein eher ruhiges und trauriges Stück, das viel „Stoff" zum Nachdenken bietet. Einige Zuschauer verlassen das Stück mit einem Staunen über die Leistung Petra Soltaus als Marlene Dietrich, andere verlassen es mit Tränen in den Augen, da sie die Geschichte so berührt hat. Andere wiederum, wie meine Wenigkeit, verlassen es mit einem großen Fragezeichen auf der Stirn.

Petra Soltau spielt die Rolle der Marlene Dietrich, als Schauspielerin und Sängerin sehr authentisch und würdevoll. Man kann erkennen, dass sie sich mit ihrer Rolle intensiv beschäftigt hat.

Für dieses Stück ist jedoch Hintergrundwissen über Marlene Dietrich und ihr Schaffen sehr zu empfehlen, ansonsten wird es schwer dem Geschehen zu folgen, da man zusammenhangslos, in den Raum geworfene Zitate ihres Lebens, oder bedeutungsvolle Lieder nicht einordnen kann.

Meiner Meinung nach ist es Christian Lugerth nicht gelungen, The Kraut für ein jüngeres Publikum zugänglich zu machen. Daher ist bei einem Besuch oft mit einem Altersdurchschnitt von 50 Jahren zu rechnen.

The Kraut würde ich also für uns Schüler nicht empfehlen, da doch der größte Teil unserer Generation keinen Bezug mehr zu Marlene Dietrich hat, was aber für diese Inszenierung wichtig ist.

Michelle Platt

Nächste Vorstellungen: 26.12.2010; 15.01.2011; 30.01.2011; 19.02.2011 jeweils 20:00 Uhr

Altersempfehlung: ab 30 aufwärts

Foto: Merit Esther Engelke

DIE WANZE

Insektenkrimi inszeniert von Wolfgang Hofmann

Nicht nur als Kinderbuch sondern auch im Gießener Stadttheater begeistert Wanze Muldoon ihre Zuschauer, mit viel Witz und einer fesselnden Geschichte.

Bei dem Stück Die Wanze, gespielt von Dominik Breuer, geht es, wie der Titel schon vermuten lässt, um Insekten. Besser noch, es geht um einen Käfer, der von allen nur Die Wanze genannt wird, als Privatdetektiv agiert, und die unmöglichsten Fälle klärt. Mit genau so einem Fall beginnt auch das Stück im Gießener Stadttheater. Wanze Muldoon muss zusehen, wie immer mehr Insekten in seinem Garten verschwinden und versucht dieser Sache auf den Grund zu gehen. Auf seiner Reise durch den Garten trifft Muldoon auf die unterschiedlichsten Insekten, die ebenfalls alle von Dominik Breuer gespielt werden. Man könnte meinen, dass ein Stück langweilig wird, wenn nur ein Schauspieler alle Rollen übernimmt, doch dieses Stück ist im Gegenteil noch viel facettenreicher als so manch Anderes. Dominik Breuer schafft es mit überragendem körperlichen Einsatz alle seine Rollen deutlich zu machen und bringt dabei gerade durch den schnellen Wechsel seiner Rollen auch den letzten Gast zum lachen.

Die Besucher dieses Stückes sollten aber nicht denken, dass ein Stück welches auf einem Kinderbuch beruht leichte Kost wäre. Wie in einem echten Krimi kann man schon vorher mutmaßen wer für das Verschwinden der Insekten verantwortlich ist. Einige der Zuschauer werden dabei selbst zu Insekten-Statisten und fühlen sich mitten im Geschehen, indem sie selbst an der Handlung teilnehmen. Unsere Empfehlung daher, keine Scheu sich an diebesserenBar-Tische zu setzten.

Die Wanze, ein Stück mit viel Aktion und Humor, welches nicht unbedingt einen hohen Intellekt erfordert und meiner Meinung daher auch für das jüngere Publikum und die ganze Familie geeignet ist. Einfach mal etwas ganz anderes.

Michelle Platt

Nächste Vorstellungen: 31.12.2010 um 19:00 Uhr; 23.01.2011 und 13.02.2011 um 20:00 Uhr

Altersempfehlung: ab 10 Jahren

Foto: Merit Esther Engelke