Montag, 21. Februar 2011

EIN SOMMERNACHTSTRAUM

Tanzstück von David Williams und Tarek Assam Musik von Felix Mendelssohn Bartholdy u.a.
Zunächst wird der Inhalt der Geschichte ausführlich geschildert, da dieser sehr wichtig für das Verstehen des Stücks ist:
Theseus, Herzog von Athen, und Hippolyta, Königin der Amazonen, wollen heiraten. Der Athener Egeus erscheint mit seiner Tochter Hermia und ihrem Geliebten Lysander. Egeus möchte aber, dass Hermia Demetrius heiratet, der ganz vernarrt in die schöne Hermia ist, aber schon mit Hermias Freundin Helena verlobt ist. Theseus geht Egeus‘ Forderung, möge sich Hermia nicht dem Willen ihres Vaters beugen, solle sie bestraft werden, nach und gibt Hermia vier Tage bis zu seiner Hochzeit für die Entscheidung. Daraufhin beschließen Hermia und Lysander, aus Athen zu fliehen. Die beiden erzählen Helena von dem Treffen am nächsten Tag im Wald und ihrer Flucht. Aus gutem Willen verrät Helena den Plan an Demetrius weiter.
Nun treten die Athener Handwerker auf die Bühne, die das Stück für die Hochzeit von Theseus und Hippolyta vorbereiten wollen. Sie verabreden sich für den nächsten Tag im Wald.
In diesem Wald streiten sich am gleichen Tag Oberon, der König der Elfen, und Titania, Königin der Elfen, weil sie Oberon nicht das gibt, was er verlangt. So beschließt Oberon, ihr einen Streich zu spielen. Der Elf Puck soll eine Blume holen, die die Augen benetzt und dafür sorgt, dass der Schlafende sich in die nächste lebende Kreatur verliebt, die er erblickt. Während der Reise von Puck tauchen Lysander und Hermia auf, dicht gefolgt von dem sie suchenden Demetrius und seiner Verlobten Helena. Oberon, der den Streit der Liebenden beobachtet hat, gibt Puck den Auftrag, einem jungen Athener, der von einer Frau verfolgt wird, von dem Saft der Blume auf die Augenlieder zu träufeln.
Oberon träufelt Titania den Saft der Blume in die Augen. Puck findet Hermia und Lysander schlafend im Wald, hält diesen für den jungen Athener und träufelt ihm den Blütensaft in die Augen. Plötzlich tauchen Demetrius und Helena auf, die über Lysander stolpert. Dieser erblickt Helena bei seinem Erwachen als erstes lebendiges Wesen, verliebt sich auf Grund des Zaubers in sie und folgt ihr. Hermia bleibt zurück und muss alleine weiterziehen. Beim Treffen der Handwerker kommt Puck hinzu und verwandelt den Kopf des Webers Niklaus Zettel in den eines Esels. Daraufhin führt Puck ihn zu Titania, die sich beim Erwachen in das Wesen verliebt.
Oberon amüsiert sich köstlich, entdeckt dann jedoch den Fehler bei Lysander und befielt Puck, Helena zu holen. Währenddessen träufelt dieser Demetrius den Saft in die Augen. Als er erwacht, verliebt er sich in Helena. Diese genießt es, von beiden Männern so begehrt zu werden. Nur Hermia ist wenig erfreut darüber und fühlt sich ausgeschlossen. Oberon gibt Puck abermals den Befehl, das Chaos zu entwirren, lässt die Paare getrennt voneinander einschlafen und wendet wieder den Zauber des Nektars an.
Titania willigt ein, Oberon das zu geben, was er verlangt. Daraufhin erlöst er sie von dem Zauber und Puck verwandelt Zettel wieder in sein ursprüngliches Aussehen. Hermia und Lysander sowie Demetrius und Helena sind nun jeweils ein glückliches Paar. Theseus lädt sie ein, zu seiner Hochzeit zu kommen, bei der die Handwerker ihre Stück vorführen. Am Ende spricht Puck noch einmal zum Publikum: Es solle das Stück, wenn es ihm nicht gefallen habe, als Traum betrachten, ansonsten klatschen.
Das Licht verdunkelt sich, das Publikum wird leise. Eine Tänzerin mit Militärmuster und rotem Irokesenschnitt kommt zwischen dem Vorhang hervor auf die Bühne. Sie beginnt ein wenig zu tanzen. Im Hintergrund gibt das Orchester Töne von sich, die keine Melodie entstehen lassen. Kennt man den Inhalt des Stückes nicht, führt dies erst einmal zur Verwirrung und einem fragenden Blick. Es ist ein ungewöhnlicher, gewöhnungsbedürftiger Anfang. Verwirrung tritt öfters im Laufe des Stücks auf, lässt sich aber mit ein wenig Hintergrundwissen über die Geschichte Shakespeares vermeiden.
Hat man also die erste Hürde bereits überwunden, beginnt ein toller Abend mit Tanz, wunderbarer Musik (das Philharmonische Orchester und The B 52’s werden vom Band eingespielt) und Lachtränen. Die schwierigen Hebefiguren wurden alle vom Ensemble mit Bravour gemeistert. Auch die schauspielerische Leistung ist gelungen. Vor allem die Mimik von Nina Plantefève-Castryck (Puck) ist grandios. Die Kostüme reichen von den Sieben Zwergen mit Wollmützen (Handwerker) bis hin zur Heinofrisur (Esel). Sie sind exzentrisch, aber tragen zum Charakter des Stücks bei. Das Bühnenbild ist etwas ganz Besonderes und Außergewöhnliches. Es besteht aus hüfthohen Plexiglaswürfeln, die während des Stücks gekippt, hoch und runter gefahren und mit buntem Licht angestrahlt werden. So entstehen tolle Spiegeleffekte. Wüsste man es nicht besser, so könnte man glauben, dass das, was man durch die Würfel sieht, sich nicht direkt dahinter abspielt.
Bei dem zweieinhalb stündigen Stück gibt es eine Pause. Danach kommt der Höhepunkt der Aufführung, der jeden vorigen Kritiker umstimmen wird.
Da schon durch Lesen dieses Artikels die erste Hürde genommen wurde, steht einem Besuch, bei dem man gut gelaunt herausgeht, nichts mehr im Wege.
Martha Rave
Altersempfehlung: 13 Jahre
Fotos: Rolf K. Wegst
Nächste Vorstellungen: • 26.02.2011 19:30 Uhr • 10.03.2011 19:30 Uhr • 25.03.2011 19:30 Uhr • 07.04.2011 19:30 Uhr • 28.04.2011 19:30 Uhr

Montag, 7. Februar 2011

ALICE IM WUNDERLAND

Eine Produktion mit dem Jugendclub-Tanz
Der Jugendclub-Tanz besteht schon seit 2004 und bringt jede Spielzeit ein neues Stück heraus. Diesmal begeistern die jungen Tänzerinnen und Tänzer mit dem Stück „Alice im Wunderland“ das Publikum.
Alice ist schon immer eine Träumerin gewesen. Die langweilige Erwachsenenwelt hat sie noch nie interessiert und nun scheint auch noch ihre ältere Schwester die kindliche Phantasie zu verlieren, die die beiden in der Vergangenheit verbunden hat. In der Phantasiewelt begegnet sie einem hibbeligen Kaninchen, zickigen Blumen und lebendigen Spielkarten. Die zunächst spielerische Reise entpuppt sich als Frage nach der eigenen Identität.
Das Stück glänzt durch Charme, Witz und seine geistreiche Inszenierung. Schon zu Beginn, als Katharina Huber (Alice) mit Leichtigkeit und wunderbar weichen, flüssigen Bewegungen auf die Bühne getanzt kommt, ist klar, es ist weitaus mehr als ein Amateurstück. Das Publikum wird von dem Ensemble regelrecht durch Musik, Kostüme und Inszenierung in seinen Bann gezogen. Es folgt ein Höhepunkt nach dem nächsten. Aber das Stück entspringt nicht nur einer netten Idee. Es wird auf spielerische Weise das bisher Selbstverständliche in Frage gestellt. Die Sequenzen scheinen zwischendurch ein wenig lang, doch das ist bei so einem schönen Stück wie diesem kein wirkliches Manko.
Choreographie, Regie und Ausstattung wurden von den Jugendlichen selbst übernommen. Dabei wurden sie tatkräftig von Terry Pfeiffer unterstütz.
Martha Rave
Fotos: Dietmar Janeck
Altersempfehlung: ab 4 Jahre
Nächste Vorstellungen • 12.02.2011 20:00 Uhr • 05.03.2011 20:00 Uhr • 01.04.2011 18:00 Uhr

TROUBLE IN TAHITI

Oper von Leonard Bernstein
Dinah und Sam führen ein typisch amerikanisches Kleinstadtleben in den 50er Jahren. Eigentlich fehlt nichts zu ihrem Glück; dennoch zieht sich Sam immer mehr in seine Arbeit zurück und triftet in den Fitnesswahn ab. Auch Dinah vertreibt sich immer öfter die Zeit im Kino oder beim Psychiater. Beide haben sich immer weniger zu sagen. Werden es beide schaffen, wieder das Glück miteinander zu finden?
Die Oper wird zwar auf der Til-Studiobühne aufgeführt, verliert dadurch aber nicht seine Wirkung und seinen Charme. Ganz im Gegenteil: Das Publikum wird regelrecht mitgezogen von der wunderbar jazzig-spritzigen Musik. Das Stück ist wie ein Film aufgemacht. Zwischendurch hört man ein Filmband rattern, woraufhin die kleine Orchestergruppe wieder einsetzt.
Das Bühnenbild zeigt das Wohnzimmer des kleinen Einfamilienhauses im Stil der 50er Jahre, das zwischendurch durch das Hochklappen des harmonischen Familienporträts auch mal als Büro umfunktioniert wird. Direkt daneben, ohne räumliche Trennung, befindet sich das Orchester, dem die Zuschauer während des ganzen Stückes beim Spielen zuschauen können. Auch die Kostüme wurden im passenden Stil der 50er Jahre gewählt.
Während die Hauptfiguren ihren Gefühlen stimmlich Ausdruck verleihen, ist ein Gesangstrio immer wieder präsent. Dieses sorgt für Witz, Ironie und einen satirischen Blick in die schöne Welt des „American Way of Life“.
Kritikpunkte lassen sich hier meiner Meinung nach nicht finden. Ein durch und durch gelungenes Stück, das nicht dem typischen Opernklischee entspricht und somit auch für viele junge Leute ansprechend ist. Zudem ist einer des Gesangstrios ein ehemaliger Schüler des Landgraf-Ludwigs-Gymnasiums: Martin Spahr war lange Zeit Pianist der LLG-Schülerband unter der Leitung von Herrn Weckemann. Martha Rave
Fotos: Rolf K. Wegst
Altersempfehlung:
ab 8 Jahre Nächste Vorstellungen • 12.03.2011 20:00 Uhr • 03.04.2011 19:00 Uhr • 23.04.2011 20:00 Uhr • 30.04.2011 20:00 Uhr

LO SCHIAVO - (Der Sklave)

Oper von Antônio Carlos Gomes in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Die 1889 uraufgeführte brasilianische Oper von Antônio Carlos Gomes feierte seine deutschlandweite Premiere am Stadttheater Gießen.
Die Sklavin Ilarà und Americo, der Sohn eines Plantagenbesitzers, sind schwer verliebt. Doch diese Liaison wird nicht geduldet, da Americo die Gräfin Biossy heiraten soll. Zudem ist Ilarà schon mit dem Sklaven Iberè verheiratet. Es ist ein Drama um Liebe, Eifersucht, Freundschaft, Treue, Verzicht und Tod. Zudem wird das Thema der Sklaverei behandelt, was den eigenen Kampf des Komponisten gegen die Sklaverei widerspiegelt.
Das Stück beginnt mit einem bühnengroßen Banner mit der Werbeaufschrift: „Wenn Gott Kaffe trinken würde, dann … Erlöserkaffee.“ Das ist eine von den skurrilen Elementen, die Joachim Rathke in seinem Stück verwendet, gefolgt von dem in Türkis und Rosa gehaltenen Bühnenbild, das an eine Fabrikhalle erinnert, und der Gräfin, die als Madonna verkleidet in einer vergoldeten Attrappe über die Bühne schwebt, Rosenblätter verstreut und das Ende der Sklaverei verkündet.
Rathke versetzt die Geschichte um Sklaverei, Machtmissbrauch, Folter und Rassismus samt der vertrackten Liebesstory zwischen Ilàra und Americo vom 16. Jahrhundert in die Gegenwart. Doch dabei geht die Tragik der Liebenden verloren und der Kampf um die Sklaverei rückt völlig in den Hintergrund.
Dennoch ist es ein farbenfrohes Spektakel auf der Bühne. Auch wenn es die heuchelheimer Sambatänzerinnen trotz reichlich viel nackter Haut und üppigen Kostümen nicht schaffen, rassigen, brasilianischen Samba herüberzubringen, so ist es dennoch schön fürs Auge. Eine der gelungensten und schönsten Szenen ist die auf der Müllkippe, wo Rathke Kinder einsetzt, die Mülltüten in der Luft schweben lassen. Hier schafft das Zusammenspiel von Musik und Inszenierung einen vollkommenen Moment zu schaffen, der den Zuschauer in einen Stillstand versetzt.
Die Musik, die an Guiseppe Verdi erinnert, ist bombastisch. Die Presse urteilt über Antônio Carlos Gomes: „Es wurden alle Register der romantischen Oper gezogen. Seine Arien, Duette und Terzette in italienischer Sprache verströmen betörenden Schmelz und die Chorpartien sind eine Wucht.“
Das Philharmonische Orchester Gießen spielt unter der Leitung von Generalmusikdirektor Carlos Spierer, der Einiges in der fehlerhaften Partitur aus Brasilien handschriftlich hinzufügen musste. (Presse: „Spierer ist es gelungen, Spannung aufzubauen, um dem variablen Klangbild Würze zu verleihen.“).
Der Gastsänger Adrian Gans (Iberè) wurde in der Presse hochgelobt: „ Aufgrund seiner durchschlagenden Stimmkraft gehen ihm zwar Piano-Facetten verloren, im Fortissimo aber singt er alles in die Knie - wenn es sein muss, das komplette Orchester.“ Aber auch von den anderen Solisten war die Presse angetan:
„Adrian Xhema (Americo) vom Münchner Staatstheater am Gärtnerplatz ...sein Tenor verwöhnt mit romantischem Schmelz und paart sich in den Duetten aufs beste mit dem Sopran von Virginia Todisco (Ilàra). Die gebürtige Neapolitanerin blieb mimisch blass, lieferte dafür aber musikalische Feinkost. Duette wie die von Ilàra und Americo muss man andernorts mit der Lupe suchen.“ Carla Maffioletti (Gräfin), die einzige gebürtige Brasilianerin, spielte auf der Bühne eine Französin - und das mit sichtlichem Spaß. „Ihr Koloratursopran erklang wie immer ungewöhnlich rein, ihr Timbre ist so fein und perlend wie die Blubberbläschen des Champagners, den sie als Contessa schlürfte.“
Doch als Star des Abends wurde der von Jan Hoffmann einstudierte Chor und Extrachor des Stadttheaters bezeichnet: „Mit 43 Sängerinnen und Sängern so groß besetzt wie nie zuvor, gelang dem Ensemble alles - vom zarten Reibelaut bis hin zum mächtigen 14-stimmigen Chorsatz, der in Ergänzung mit dem Tutti des Orchesters und der Stimmgewalt der Solisten den Großen Saal an seine akustischen Grenzen führte. Hoffmann hat mit dieser Arbeit sein Meisterstück abgeliefert. Der Chor gehört in Hessen zu den großen seiner Zunft und steht auf einer Stufe mit denen der Staatstheater. Allein seine Partien lohnen den Besuch von »Lo Schiavo«.“
Das Stück ist mit seinen 150 Min. (+15 Min. Pause) überaus lang, aber trotzdem ist es einen Besuch Wert, wenn man bedenkt, dass eine deutschlandweite Premiere sich vor der Haustür abspielt. Vor allem mit ein wenig Hintergrundwissen ist es Interessant, dem Geschehen zu folgen.
Martha Rave
Fotos : Rolf Wegst
Altersempfehlung: ab 12 Jahren
Nächste Vorstellungen • 11.02.2011 19:30 Uhr • 25.02.2011 19:30 Uhr • 19.03.2011 19:30 Uhr • 31.03.2011 19:30 Uhr • 24.04.2011 19:30 Uhr

Donnerstag, 13. Januar 2011

DIE DURSTIGEN

Nominiert für den deutschen Jugendtheaterpreis erfreut sich dieses Stück nun auch in Gießen an einer Inszenierung. Der Durst nach Anerkennung, Liebe und einem Sinn im Leben soll Thematik in dem circa einstündigen Jugendstück sein.

Boon, Gerichtsanthropologe und ein eher frustrierter Mensch wird von seiner Vergangenheit eingeholt. Er soll zwei Leichen in einem Fluss identifizieren und erkennt in einer davon seinen alten Schulfreund Murdoch wieder, einen rebellischen Jungen, der gegen sein Umfeld aufbegehrte und vor 15 Jahren einfach verschwand. Doch wer ist die Leiche neben ihm und was hat das alles mit seiner Lebensgeschichte zu tun? Boon begibt sich auf eine Reise in die Vergangenheit und erzählt aus seiner frühen Kindheit.

Spannend und nachdenklich kann man betrachten, wie die Vergangenheit es schafft einen immer wieder einzuholen und der Schrecken über die eigene Veränderung präsent wird. Die Inszenierung versucht die oft wirren Gedanken von Boon zu erklären und erzählt gleichzeitig zwei verschiedene Geschichten, um sie auszudrücken. Bildlich dargestellt werden Boons Erzählungen von den Schauspielern Anne Berg und Dominik Breuer, deren spielerische Leistung überzeugt. Spannung kommt immer wieder im Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart auf. Allerdings fällt es dadurch zwischenzeitlich schwer, diese zu unterscheiden.

Ein interessantes Thema, obwohl man sich anstrengen muss, um der gesamten Handlung folgen zu können. Kritisch betrachten lässt sich auch die Visualisierung. Weniger ist mehr kann man zu der Inszenierung von Abdul Kunze nicht sagen. Doch das ist Geschmackssache. Dem einen gefällt es die Schauspieler "auf Eis sitzen zu sehen", für den anderen hätten drei Stühle ausgereicht. Trotz der Kritik, die meines Erachtens nicht so stark ins Gewicht fallen sollte, ist dieses Stück ein Muss für jeden Theaterliebhaber. Vor allem für Jugendliche empfiehlt sich das Stück, da es Themen wie Selbstfindung und Verwirklichung anspricht und es erstaunlich ist, inwieweit sich die eigenen Träume, Erwartungen und der Durst nach Leben mit denen der Hauptfigur vergleichen lassen.

16.01.2011; 04.02.2011; 27.02.2011; 13.03.2011

jeweils 20:00 Uhr im Til-Studiobühne

Altersempfehlung: ab 14 Jahre

Foto: Dietmar Janeck

Michelle Platt

Mittwoch, 12. Januar 2011

AMADEUS

Schauspiel von Peter Shaffer AMADEUS zeigt Ausschnitte aus dem Leben Mozarts mit all seiner Traurigkeit, Verrücktheit und Genialität aus der Sicht, von dem sich selbst als Mozarts Mörder bezichtigten, Antonio Salieris. Das Stück spielt in Wien des beginnenden 19 Jh. Antonio Salieri ist der gefeierte Hofkapellmeisters von Kaiser Joseph II. Er ist die Tugend in Person, doch nun tritt Mozart in sein Leben. Auf der einen Seite getrieben von Eifersucht und Hass und auf der anderen Seite entzückt von den himmelsgleichen Kompositionen Mozarts, trieftet Salieris Gemüt immer mehr auseinander. Sein Wesen verändert sich gänzlich und er erkennt sich in seinen Taten selbst nicht wieder. Mozarts Naivität und Vertrauen in Salieri machen die Sache nicht besser.
AMADEUS verspricht einen Abend voller Musik und tollen Kostümen. Das Stück schafft es dem Zuschauer die Sonnen- und Schattenseiten des Genies aufzuzeigen. Es wird einem die Gradwanderung von Unrecht, Recht, Verständnis und Missgunst Nahe gelegt. Die Musik wird nicht nur abgespielt, sondern die Inszenierung schafft es einen neuen Bezug dazu zu geben. Da macht es nichts, dass Shaffer es mit der historischen Wahrheit nicht so ernst nimmt. Nicht die Fakten entscheiden, sondern die Schatten- und Sonnenseiten des menschlichen Wesens, die in AMADEUS auf eine nette und humorvolle Art gezeigt werden. Die Kostüme sind eine Pracht, denen man jedoch versucht hat einen modernen Touch zu verleihen. Ob man das geglückt nennt oder nicht, ist Ermessenssache. Alles in allem lässt sich dieses Stück nur empfehlen. Es ist humorvoll, interessant und auch etwas fürs Auge.
Martha Rave
30.01.2011 um 15:00 Uhr 05.02.2011; 20.02.2011; 27.03.2011 jeweils 19.30 Uhr im Großen Haus
Altersempfehlung: ab 12 Jahre