Dinah und Sam führen ein typisch amerikanisches Kleinstadtleben in den 50er Jahren. Eigentlich fehlt nichts zu ihrem Glück; dennoch zieht sich Sam immer mehr in seine Arbeit zurück und triftet in den Fitnesswahn ab. Auch Dinah vertreibt sich immer öfter die Zeit im Kino oder beim Psychiater. Beide haben sich immer weniger zu sagen. Werden es beide schaffen, wieder das Glück miteinander zu finden?
Die Oper wird zwar auf der Til-Studiobühne aufgeführt, verliert dadurch aber nicht seine Wirkung und seinen Charme. Ganz im Gegenteil: Das Publikum wird regelrecht mitgezogen von der wunderbar jazzig-spritzigen Musik. Das Stück ist wie ein Film aufgemacht. Zwischendurch hört man ein Filmband rattern, woraufhin die kleine Orchestergruppe wieder einsetzt.
Das Bühnenbild zeigt das Wohnzimmer des kleinen Einfamilienhauses im Stil der 50er Jahre, das zwischendurch durch das Hochklappen des harmonischen Familienporträts auch mal als Büro umfunktioniert wird. Direkt daneben, ohne räumliche Trennung, befindet sich das Orchester, dem die Zuschauer während des ganzen Stückes beim Spielen zuschauen können. Auch die Kostüme wurden im passenden Stil der 50er Jahre gewählt.
Während die Hauptfiguren ihren Gefühlen stimmlich Ausdruck verleihen, ist ein Gesangstrio immer wieder präsent. Dieses sorgt für Witz, Ironie und einen satirischen Blick in die schöne Welt des „American Way of Life“.
Kritikpunkte lassen sich hier meiner Meinung nach nicht finden. Ein durch und durch gelungenes Stück, das nicht dem typischen Opernklischee entspricht und somit auch für viele junge Leute ansprechend ist. Zudem ist einer des Gesangstrios ein ehemaliger Schüler des Landgraf-Ludwigs-Gymnasiums: Martin Spahr war lange Zeit Pianist der LLG-Schülerband unter der Leitung von Herrn Weckemann.
Martha Rave
Fotos: Rolf K. Wegst
Altersempfehlung:
ab 8 Jahre
Nächste Vorstellungen
• 12.03.2011 20:00 Uhr
• 03.04.2011 19:00 Uhr
• 23.04.2011 20:00 Uhr
• 30.04.2011 20:00 Uhr

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